Das Wirrwarr in der Veränderung

Dorka Pertis-Beke, Landesleiterin Ungarn | YI News 09/2026

Das Wirrwarr in der Veränderung

Es ist etwa drei Uhr morgens. Ich liege auf meiner Matratze im Zelt und kann nicht schlafen, mein Kopf arbeitet auf Hochtouren. Plötzlich höre ich Geräusche von draussen: Menschen bleiben vor dem Zelt stehen und reden. Nach ein paar Sekunden begreife ich, dass sie nicht nur reden: Sie beten. Als sie fertig sind, fange auch ich an zu beten. Meine Gedanken klären sich. Bevor ich einschlafe, kommt mir noch eine Frage in den Sinn: Wie kommen wir aus diesem Labyrinth heraus?

Bei der Horgony-Organisation hat es in letzter Zeit viele Veränderungen gegeben. Von Anfang an stand unser System gewissermassen auf dem Kopf: Zuerst organisierten wir Lager, dann begannen die Schulungen und erst danach wurden lokale Jungscharen gegründet. Kein Wunder, existieren diese Vereine nicht mehr. Wir brauchten eine Neuausrichtung.

«Noch nie zuvor hatte ich dieses Gefühl, einfach so geliebt, nicht nur körperlich, sondern auch geistlich umsorgt zu werden.»

Lilla Z., Leiterin bei Horgony

Mehr als zehn Jahre organisierte ein Ehepaar jedes Jahr das Lager, vom Bau der Duschen im Wald bis zum Verstauen des letzten Kartons. Sie waren auch die Leiter von Horgony, und die Belastung wurde unerträglich. Also begannen sie, das System umzugestalten und die Lagerleitung an ein eigenes Team zu übergeben.

Am schwierigsten war es, fähige Leute für den Vorstand zu finden. Viele sehen die unzähligen Arbeitsstunden hinter dem «Ergebnis» nicht. Sie betrachten ein Lager wie einen leckeren Kuchen und denken: Endlich ist er fertig. Was sie nicht sehen: Wir haben noch nicht einmal die Eier und die Milch vermischt. Der Prozess hat gerade erst begonnen, und wir brauchen ihre Hilfe auf lange Sicht.

Unsere Vision ist ein Netzwerk lokaler Jungscharen, das einen verändernden Einfluss auf die ungarische Gesellschaft hat. Darum stärken wir die Verbindungen zu den örtlichen Gemeinden. Derzeit haben wir sieben aktive Mitglieder, deren oberste Priorität es ist, die Leitung von Horgony zu stabilisieren. Unsere Mission: Gemeinden helfen, lokale Gruppen zu gründen, durch die Kinder mit dem Evangelium erreicht werden.

Eine Leiterin, Lilla Z., erzählte von ihrem ersten Camp als Teenagerin: ‹Noch nie zuvor hatte ich dieses Gefühl, einfach so geliebt zu werden. Mit der Zeit wurde mir klar, dass diese Atmosphäre auf Gottes Gegenwart zurückzuführen war. Heute bin ich Leiterin bei Horgony und habe gerade den Ausbilderkurs abgeschlossen, um diese Arbeit fortzusetzen.›

Wenn ich ein Wort für Transformation wählen müsste, wäre es «Labyrinth». Jeder Schritt bringt Veränderung: Man ändert die Perspektive und die Richtung. Manchmal sehen wir den Weg eine Weile, dann verschwindet er wieder. In Hebräer 13,8 heisst es: «Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit!» Er ist beständig, und mit seiner Führung haben wir unseren Ausweg bereits. Wir müssen nur beten, geduldig sein und darauf vertrauen, dass Gott uns führt.

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