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Super Stimmung trotz Regenwetter

31.07.2024

Super Stimmung trotz Regenwetter
Super Stimmung trotz Regenwetter

Ruedi Hächler, Landesleiter vom ABÖJ Österreich

Trotz bescheidener Wetteraussichten liessen es sich die 30 Teilnehmenden nicht nehmen, sich der herausfordernden Einstiegsübung des Aufbaufkurses zu stellen, der vom 23. bis 30. März 2024 stattgefunden hat. In zwei Gruppen machten sie sich am Palmsamstag auf den ungefähr fünfstündigen Fussweg zum Kurshaus in der Nähe von Salzburg. Unterwegs galt es einige Aufgaben zu erfüllen. Unter anderem mussten sie sich ein Abendessen und ein Frühstück besorgen und für die Nacht einen legalen Schlafplatz finden. Relativ schnell wurde klar, dass angesichts des Regens und der tiefen Temperaturen bis fast zum Gefrierpunkt eine feste Unterkunft die angenehmere Option darstellte als ein Biwak unter freiem Himmel. Ausgerüstet mit dem Allernötigsten, machten sich die beiden Teams auf den Weg, wobei die erste Herausforderung des Tages nicht lange auf sich warten liess. Auf der Teilnehmerinformation stand: «Wir beginnen den Kurs mit einer 22-stündigen Übung. Bring dafür alles, was du für eine Wanderung mit Outdoor-Übernachtung brauchst, in einem Rucksack verpackt mit.» Während die einen Teilnehmer mit einem entsprechend gepackten Rucksack am Treffpunkt erschienen, tauchten andere mit einem College-Rucksack auf; entsprechend war die Ausrüstung mal besser und mal eher minimal. Mangels Platz im oder am Rucksack wurde der Schlafsack kurzerhand in einer Einkaufstasche oder gar nur in seiner Hülle mitgetragen. Spätestens als es immer intensiver zu regnen begann, machte sich dann die unterschiedliche Vorbereitung bzw. Ausrüstung bemerkbar. Noch auf dem Weg verkündete eine Teilnehmerin, dass sie noch vor dem Sommerlager in einen praktischeren Rucksack und in Regenbekleidung investieren will. Einige der besser ausgerüsteten waren so motiviert beim Packen, dass sie gleich an jene dachten, welche vielleicht Hilfe benötigen würden. So wurden Reservejacken, Müllbeutel oder Rettungsdecken geteilt, so dass alle mehr oder weniger regenfest unterwegs waren.


Das Finden eines geeigneten Nachtquartiers gestaltete sich für alle gleichermassen schwierig. Die Teams mussten mehrere Absagen und Umwege in Kauf nehmen, bis sie einen Herbergsgeber fanden. Ein Team zog es ernsthaft in Betracht, zu fünft mit nur fünf Armee-Planen ein Not-Biwak im Wald zu bauen. Zuvor wollten sie jedoch noch einen weiteren Umweg von ca. zwei Kilometern in Kauf nehmen, um bei einem grossen Bauernhof um ein Nachtquartier zu fragen. So standen sie bei Dunkelheit und Regen vor dem Hof und klingelten. Als die Tür geöffnet wurde, standen sie einer netten, aber leider nur wenig Deutsch sprechenden Person gegenüber. Während der Mut bei einigen gegen Null sank, konnten die anderen in Erfahrung bringen, dass die Bauernleute im Haus gegenüber wohnen. So machte sich die Truppe auf, um einen letzten Versuch zu starten. Innert wenigen Minuten standen gleich zwei geeignete Räume für die Nacht zur Verfügung. Während die eine Gruppe zeitlich früher dran war und weniger Stress mit der Quartiersuche hatte, konnte die andere einen leerstehenden Stall inklusive Heizkanone nutzen. Die gemeinsam bestandenen Herausforderungen schmiedeten die Teilnehmenden für den Rest der Woche zu einem motivierten Team zusammen, welches in theoretischen Lektionen wie auch in diversen praktischen Aufgaben viel miteinander und voneinander lernte.


Für mich als Kursleiter ist es immer wieder ein Privileg, mit solchen motivierten, begabten und einsatzfreudigen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Super Stimmung trotz Regenwetter.

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